Ein Tag der Anerkennung für Alleinerziehende.

Am 21. März wird weltweit auf die Lebensrealität von Alleinerziehenden aufmerksam gemacht. Der Tag würdigt Verantwortung, Engagement und die tägliche Leistung von Eltern, die ihre Kinder allein begleiten.

Was bedeutet dieser Tag?

Der Single Parent Day ist ein Tag der Anerkennung. Er würdigt Menschen, die Verantwortung für Kinder tragen – oft ohne tägliche Entlastung durch eine Partnerperson. Alleinerziehende übernehmen dabei gleichzeitig finanzielle Verantwortung, organisatorische Planung, emotionale Begleitung, Alltagsstruktur und Zukunftsentscheidungen.

Zwischen Verantwortung und Belastung

Alleinerziehende tragen die Hauptverantwortung für Einkommen, Betreuung und Organisation. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist oft anspruchsvoll. Gleichzeitig leisten sie einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag.

Was ALISA anbietet

Single Parent Day in Görlitz Internationales Begegnungszentrum St. Marienthal Elternfrühstück Kindgerechter Umgang mit Medien Begegnungsnachmittag in Meißen
Kreativ- & Begegnungstag für Alleinerziehende mehrtägiges Seminar für Alleinerziehende Familienverein für Groß und Klein in Chemnitz e.V. Online-Workshop Jahnhallen-Areal Meißen
21.03.2026 20. bis 22.03.2026 21.03.2026 25.03.2026 26.03.2026

Alleinerziehende sind Alltagshelden mit Superkräften

Hier erzählen Alleinerziehende von ihrem Heldenmut, ihrer Superkraft oder ihren Abenteuern, die sie tagtäglich bestehen.

Hinter ihrem Alltag stehen oft unsichtbare Geschichten von Mut, Kraft und Durchhaltevermögen. Die Statements zeigen, wie vielfältig das Leben als Alleinerziehende*r ist – und machen sichtbar, was sonst oft übersehen wird.

Erschöpfte Mama mit einer kleinen Tochter

Die Unterstützung vom ALISA Leipzig ist für mich als komplett allein gestellte Mama einfach so viel wert. Lieben Dank an T., J. & F.! Ihr seid so empathisch und so oft irgendwo vor Ort. Gerade am Wochenende bietet ihr tolle Ausflüge und Veranstaltungen an. Ihr fangt einen auf, wenn man nicht mehr weiter weiß ♡ und die Kinder lieben euch ♡ Solche Projekte dürfen nicht kaputtgespart werden, weil sie sich am Ende gesellschaftlich auszahlen!

Mutter aus Leipzig, alleinerziehend mit 2 Mädchen

Menschen, die meine Kinder mögen und mit denen ich und meine Kinder gern Zeit verbringen, die Interesse an mir und meinen Kindern, der Situation zeigen, die Verständnis haben, oft Menschen in gleicher oder ähnlicher Lebenslage, aber auch Freunde, die da sind

  • meine Superheldin bin ich selbst, denn nur ich selbst kann mich auf mich selbst verlassen und danach sind es meine Kinder, die für die es sich zu kämpfen lohnt, die mir die Schönheit des Lebens zeigen und mir zu verstehen geben, was all das für einen Wert hat
  • wir waren gemeinsam im Tierpark, das war schön
  • ich würde mir noch mehr Angebote für Kurzurlaube/ Urlaube wünschen
  • ich muss ständig Mut aufbringen gegenüber meinem Ex um Kampf um die Kinder
  • ich möchte sagen, ihr seid toll, ihr leistet Großartiges und haltet fest an den schönen Dingen, auch wenn es schwer fällt
Auf einem Baum liegend

Als alleinbegleitende Mama bin ich mit Geburt meines Kindes in eine tiefe Krise gestürzt.

Mich macht stark, mich seitdem allen Herausforderungen zu stellen: beruflich, rechtlich, mental, emotional. ... und dafür alle Hilfen in Anspruch zu nehmen, die es gibt: Therapeuten, Anwälte, Elternberatung, Jugendamt, Arbeitsagentur/Jobcenter und das ALISA-Netzwerk. Was ich erst lernen musste.
Und nicht an Hindernissen aufzugeben. Was ich auch erst lernen musste.

Und noch wichtiger, mich bei all dem selber nicht zu vergessen: Pausen zu machen, einfach „da“ zu sein, egal wo, wann, wie laut und mit wem. Manchmal auf der Erde liegend, manchmal Schokolade essend. Meinen Stress, Gefühle, Bedürfnisse und Grenzen sowie Visionen und Träume zu respektieren - für einen tieferen Sinn, nach dem es sich zu streben lohnt. Inmitten von allem.
In vielen kleinen Schritten, über Jahre hinweg.
Für eine lebendige Zukunft, in der mehr Raum für mich ist - beruflich, wohnort- und hobbybezogen.

Helden sind für mich - neben allen Unterstützern - Menschen, die offen und berührbar ihr Licht in die Welt tragen, und mich an mein eigenes erinnern.
Allen voran: mein Kind, dem ich ein lebendiges, offenes und berührbares Zuhause sein möchte.

Noch mehr Helden:
Brené Brown, die zu Angst, Scham und Verletzlichkeit forscht, sagt: „Verletzlichkeit ist der Ort, an dem Innovation, Kreativität und Wandel geboren werden.“

Jochen Schweitzer sagt: Wenn Dir jemand sagt, was Dein Weg sein soll, dann ist das nicht Dein Weg. Dein eigener Weg ergibt sich aus jedem Schritt, den Du selbstbestimmt gehst.

Lady Gaga, die sich für die Vielfalt der Menschen einsetzt, mit: I'm beautiful in my way. Cause God makes no mistakes. I'm on the right track, baby. I was born this way. Yes!

Go for it!

Supermama (42) aus Leipzig

Neben mir als Supermama ist Thomas ein Superheld für mich. Als ich noch ganz frisch Alleinerziehende, kurz nach meiner Trennung war und noch unsicher im Umgang mit den Wünschen und Forderungen von Seite des Kindvaters, hat er mich bestärkt „ich sei die Expertin für unser Kind“. Das hat mich ermutigt, umzusetzen was für mich und unser Kind am Besten ist und am Besten in unseren Alltag passt.

Alleinerziehende seit 5 Jahren

Mich macht als Alleinerziehende stark, zu sehen was ich in den letzten 5 Jahren geschafft habe: ich führe einen einigermaßen sauberen Haushalt mit Kind, wasche regelmäßig Wäsche, koche (zeitweise) vollwertige Mahlzeiten, kaufe regelmäßig ein, begleite mein Kind durch Höhen und Tiefen, kümmere mich bei Krankheit um mich und mein Kind, besuche Ärzte, Elternabende, Schulanmeldungen, Elternratsitzungen, arbeite zufrieden in einem Teilzeitjob, die Kommunikation mit dem KV läuft unterdessen, die Unterhaltszahlungen kommen regelmäßig, genauso wie der Umgang. In all das musste ich erst reinwachsen und hatte Unterstützende an meiner Seite bspw. meine Superheldin Anne, die zur „Spätschicht“ immer ein offenes Ohr hat um Sorgen, Nöte, Ängste und auch Erfreuliches zu Teilen. DANKE!

Mama aus Leipzig

Ich konnte mal durchatmen und mich in guter Gesellschaft wissen bei der Aktivwoche in der Sächsischen Schweiz. Vollpension schon allein war „wie ein Sechser im Lotto“ und mein Kind in vertrauensvoller Betreuung zu wissen. Die Erfahrungen dieser Woche möchte ich nicht missen! Ich danke allen beteiligten Superheldinnen für die Organisation, für die Kinderbetreuung, für die Gesprächsbereitschaft und für die entgegengebrachte Herzlichkeit. Zu wissen unter den Superheldinnen sind auch Frauen, die aus eigener Erfahrung wissen, was es bedeutet alleinerziehend zu sein, hat mein Vertrauen gesichert und meine Superkräfte gestärkt. Ich wurde gesehen, als Mutter, als Alleinerziehende und als Frau!

alleinerziehende Frau (42) mit Kind

Was ich anderen Alleinerziehenden sagen möchte:

Jeden Tag bin ich mutig und treffe allein Entscheidungen die mich und mein Kind betreffen. Ich bin mutig, denn die Konsequenzen meiner Entscheidungen trage ich meist allein. Ich glaube an mich, denn bis hierhin habe ich es schon geschafft. Stück für Stück, mit meinem Mantra und Optimismus „Es wird schon werden“. Es geht mir gut, meinem Kind geht es gut und wir gehen mal mit mehr und mal mit weniger Gelassenheit weiter.

* DU KANNST ALLES SCHAFFEN *

alleinerziehende Supermama, 1 Kind

Was mir im Alltag hilft?

Ein Zettel an meinem Spiegel auf dem steht „Ich bin toll!“

Leise Kraft für zwei Herzen

1) Was macht dich als alleinerziehende Person stark?
Meine Verantwortung und meinen Mut für meine Kinder und mich. Auch wenn ich Angst und Sorgen habe, mache ich weiter. Ich wachse über mich hinaus, weil meine Schätze mich brauchen.

2) Wer ist deine Superheldin? Aus welchem Grund?
Ich habe eigentlich mehrere :)
Meine Kinder. Sie haben trotz allem ihr Lächeln nicht verloren und geben mir jeden Tag Kraft.
Ich selbst sehe mich heute als meine eigene Superheldin. Es hat gedauert, das so zu fühlen, aber ich hatte den Mut, Verantwortung zu übernehmen und aus einer ungesunden Ehe zu gehen – für meine Kinder und für mich.
Und meine Betreuerin aus dem Schutzhaus ist für mich eine Superheldin. Bei ihr habe ich mich zum ersten Mal wirklich gesehen, gehört und ernst genommen gefühlt – und sie hatte einen großen Anteil an meinen Weg.

3) Wann oder wo musstest du all deinen Mut aufbringen?
Als ich die Entscheidung getroffen habe zu gehen und mit meinen Kindern neu anzufangen – trotz Unsicherheit, Angst und Sorge vor dem Unbekannten.

4) Was möchtest du anderen Alleinerziehenden sagen?
Wir sind stärker, als wir denken – auch wenn man uns oft kleinredet oder unter Druck setzt. Hör auf dein Bauchgefühl. Du kennst deine Kinder am besten. Lass dich nicht einschüchtern – weder von Ämtern noch von außenstehenden Meinungen. Nimm dir selbst den Druck raus und vertraue dir.

5) Sehr freuen würden wir uns, wenn deine Erfahrungen mit ALISA oder anderen Unterstützer*innen auch dabei wären. Was hast du erlebt? Wo konnte Unterstützung deine Superkraft stärken?
Unterstützung habe ich unterschiedlich erlebt. Nicht jede Hilfe hat sich für mich stärkend angefühlt. Am meisten Kraft habe ich gewonnen, als ich begonnen habe, wieder auf mein eigenes Gefühl zu vertrauen und mir selbst zuzutrauen, gute Entscheidungen für meine Kinder zu treffen. Dort, wo ich ernst genommen wurde und man mir zugehört hat, konnte ich wachsen.

Last but not least:
Ich wünsche allen Alleinerziehenden – Müttern wie Vätern – vor allem Kraft und Durchhaltevermögen. Viele von uns haben Dinge erlebt, über die kaum jemand spricht. Und trotzdem stehen wir jeden Tag auf und funktionieren für unsere Kinder.

Was ich gelernt habe? Nimm dir Zeit. Du musst nicht sofort reagieren. Nicht auf Nachrichten vom Ex-Partner, nicht auf Druck von außen, nicht auf Erwartungen von Ämtern oder Beratungsstellen. Du darfst sagen: „Ich habe das gehört. Ich überlege es mir.“ Und dann darfst du dir diese Zeit auch wirklich nehmen.

Wir kennen unsere Kinder am besten. Wir wissen, was sie brauchen – und was ihnen nicht guttut. Schutz ist wichtiger als Druck. Langsamkeit ist keine Entfremdung. Wenn Kontakt vorsichtig und Schritt für Schritt aufgebaut wird, ist das kein Schaden für Kinder, sondern oft ein Schutzraum.

Ich habe selbst erlebt, wie sehr äußerer Druck mich gestresst hat – und wie sehr dieser Stress bei meinen Kindern ankam. Heute lerne ich, diesen Druck nicht mehr weiterzugeben. Ich steige aus Machtspielen aus. Ich lasse mich nicht mehr zu schnellen Entscheidungen drängen. Und ich vertraue mehr auf meine Intuition.

Gerichte hören Akten.
Wir hören unsere Kinder atmen.
Das ist ein Unterschied.

Du hast Zeit. Mehr Zeit, als man dir manchmal einreden will. Und du darfst sie dir nehmen.

Alleinerziehend war noch nie die Ausnahme

Streifzug durch die Geschichte der Alleinerziehenden

Historischer Ursprung

Die Initiative für diesen Tag geht auf die Autorin Janice Moglen zurück. In Zusammenarbeit mit der Organisation „Parents Without Partners“ setzte sie sich dafür ein, dass der 21. März als „National Single Parent Day“ durch eine Resolution des Kongresses anerkannt wird. Das tat der ehemalige amerikanische Präsident Ronald Reagan am 21.03.1984. Ziel war es, die Leistungen allein erziehender Eltern öffentlich zu würdigen.

In den folgenden Jahrzehnten griffen Organisationen in anderen Ländern – unter anderem in Großbritannien – diesen Tag auf und nutzten ihn, um Aufmerksamkeit für die Lebensrealität Alleinerziehender zu schaffen.

Heute wird der 21. März in vielen Regionen als Anerkennungs- und Aktionstag begangen.

Historische Perspektive

Alleinerziehendsein ist kein neues Phänomen.

  • In früheren Jahrhunderten führten hohe Sterblichkeitsraten, Krankheiten oder Kriege häufig dazu, dass ein Elternteil Kinder allein versorgte.
  • Scheidung war lange gesellschaftlich kaum möglich, dennoch lebten viele Kinder zeitweise mit nur einem Elternteil.
  • Erst im 20. Jahrhundert entstanden die gegenwärtig bekannten organisierten Unterstützungsstrukturen.

Im 21. Jahrhundert gilt Alleinerziehendsein als eine von mehreren anerkannten Familienformen.

Statistik zu Alleinerziehenden in Deutschland

 

  • Rund 1,7 Millionen Alleinerziehende leben mit minderjährigen Kindern in Deutschland.
  • Etwa 4 von 5 Alleinerziehenden sind Frauen.
  • Jede fünfte Familie ist eine Einelternfamilie.

(Quelle: Statistisches Bundesamt, Mikrozensus)

Statistik zu Alleinerziehenden in Sachsen

Basierend auf den aktuellsten verfügbaren Daten des Statistischen Landesamtes Sachsen sowie dem Zensus 2022/2023 leben im Freistaat rund 98.000 Alleinerziehende mit Kindern unter 18 Jahren; damit ist etwa jede vierte Familie (ca. 24 %) eine Einelternfamilie.

Die große Mehrheit der Haushalte wird von Frauen geführt (rund 82 % bzw. ca. 81.000), während alleinerziehende Väter deutlich seltener vertreten sind. Trotz einer überdurchschnittlich hohen Erwerbstätigkeit – häufig in Vollzeit oder vollzeitnah – ist die Lebenssituation vieler Alleinerziehender angespannt: Ein Drittel bezieht Bürgergeld (im Vergleich zu etwa 7 % der Paarfamilien), was die strukturellen Herausforderungen deutlich macht, insbesondere bei der Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Sorgearbeit.

Auch die Wohn- und Lebenssituation ist vielfach belastend. Rund die Hälfte der Alleinerziehenden gibt mindestens 30 % des Nettoeinkommens für Miete aus, etwa 22 % der Sozialwohnungsmieter:innen sind Alleinerziehende. Nach Abzug der Wohnkosten lebt etwa jede vierte alleinerziehende Person bzw. jeder vierte alleinerziehende Haushalt unter dem Existenzminimum.

Gleichzeitig berichten zwei Drittel von Diskriminierung bei der Wohnungssuche. Diese Faktoren führen insgesamt zu erhöhten psychischen und physischen Belastungen und zeigen, dass Alleinerziehende trotz ihrer hohen Leistung strukturell benachteiligt sind.

Angesichts dieser Belastungen sind gezielte finanzielle, strukturelle und soziale Entlastungen für Alleinerziehende dringend erforderlich.

Anerkennung braucht Sichtbarkeit

Der 21. März ist kein Feiertag im klassischen Sinn. Er ist ein Moment der Wertschätzung – für Verantwortung, Fürsorge und tägliche Stärke.