Taschengeld
Grundsätzlich gilt: Sie allein entscheiden, ob Sie Ihrem Kind Taschengeld geben und wie hoch dieses ist. Dafür gibt es keine gesetzlichen Vorgaben. Jede Familie kann das Thema Taschengeld so regeln, wie es zu ihr passt.
Taschengeld ist ein regelmäßiger Geldbetrag, den Eltern ihren Kindern zur freien Verfügung geben. Ziel ist es, Kindern den verantwortungsvollen Umgang mit Geld beizubringen und ihnen Schritt für Schritt finanzielle Selbstständigkeit zu ermöglichen. Kinder lernen dadurch, Entscheidungen zu treffen, Prioritäten zu setzen und mit begrenzten Mitteln umzugehen.
Wie viel Taschengeld sinnvoll ist, hängt vom Alter und Entwicklungsstand des Kindes ab. Es gibt keine festen Regeln, sondern nur Empfehlungen. Nach gängigen Taschengeldtabellen erhalten Kinder im Alter von 6 bis 7 Jahren etwa 1,50 Euro pro Woche. Mit zunehmendem Alter steigt der Betrag. Jugendliche zwischen 14 und 15 Jahren bekommen im Durchschnitt rund 22 Euro pro Monat, Jugendliche zwischen 16 und 17 Jahren etwa 30 Euro pro Monat.
Das Taschengeld kann bar ausgezahlt oder auf ein eigenes Konto des Kindes überwiesen werden. Beides kann sinnvoll sein, um den Umgang mit Geld und – je nach Alter – auch mit Bankgeschäften zu üben.
Wichtig ist, das Taschengeld regelmäßig und immer zum gleichen Zeitpunkt zu zahlen. Kürzungen als Strafe oder kurzfristige Erhöhungen als Belohnung sind nicht empfehlenswert, da sie den Lernprozess im Umgang mit Geld eher erschweren als unterstützen.
Taschengeld ist nicht dafür gedacht, Ausgaben wie Kleidung, Schulmaterial oder Geschenke zu ersetzen. Es soll den Kindern ermöglichen, eigene Wünsche zu erfüllen, zum Beispiel für Süßigkeiten, Getränke, Zeitschriften, Spiele oder kleine Freizeitaktivitäten. Wie viel Budget Eltern darüber hinaus für kindbezogene Ausgaben einplanen sollten, erläutert unter anderem das Deutsche Jugendinstitut.
Nach dem sogenannten Taschengeldparagraphen (§ 110 BGB) dürfen Kinder mit ihrem Taschengeld selbstständig einkaufen, wenn ihnen das Geld zur freien Verfügung überlassen wurde oder sie es für einen bestimmten Zweck erhalten haben. So können Kinder eigene Erfahrungen sammeln, während Eltern weiterhin die Möglichkeit haben, in bestimmten Fällen einzugreifen.
